KARDIOLOGIE
Unser Herz im Fokus
Was ist Kardiologie?
Die Kardiologie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der Diagnostik, Behandlung, Prävention und Rehabilitation von Erkrankungen des Herzens und des gesamten Herz-Kreislauf-Systems befasst. Das Herz ist der „Hochleistungsmotor" unseres Körpers. Es pumpt das Blut über das Kreislaufsystem und sorgt so dafür, dass Organe und Gewebe ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Das Herz hat eine Schlüsselfunktion im menschlichen Körper – es ist ein treibendes Organ und zugleich ein zentrales Verbindungsstück zwischen dem kleinen und großen Blutkreislauf.
Unsere Praxis in Wenden legt besonderen Wert auf eine frühzeitige, präzise Diagnostik und eine individuelle, moderne Therapie, die sich an den neuesten medizinischen Leitlinien orientiert. Als anerkannte Ausbildungspraxis der Universitäten Köln und Bochum verbinden wir höchste fachliche Kompetenz mit einer persönlichen, vertrauensvollen Betreuung unserer Patienten.
Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten Herzerkrankungen im Detail vor – mit ihren Ursachen, den für Sie wichtigen Warnsignalen und den modernen Behandlungsmöglichkeiten, die wir in unserer Praxis anbieten.
I. Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
Bluthochdruck ist nicht nur eine der häufigsten kardiovaskulären Erkrankungen überhaupt, sondern auch ein bedeutender Risikofaktor. Unbehandelt führt er zu schwerwiegenden Folgeschäden an lebenswichtigen Organen – insbesondere am Herzen (Herzschwäche, koronare Herzerkrankung), an den Nieren (Niereninsuffizienz) und an den peripheren Gefäßen (Gefäßverkalkung / Arteriosklerose).
Unsere Diagnostik:
Regelmäßige Blutdruckmessung in der Praxis
24-Stunden-Blutdruckmessung zur Erkennung von nächtlichen oder belastungsabhängigen Schwankungen
Kontrolle der Nierenfunktion (Labordiagnostik) und Gefäßstatus (Ultraschall)
Unsere Therapie:
Individuelle medikamentöse Einstellung mit modernen Blutdrucksenkern
Begleitende Lebensstilberatung (Ernährung, Bewegung, Stressreduktion)
Engmaschige Verlaufskontrollen zum Schutz von Herz, Niere und Gefäßen
II. Koronare Herzerkrankung (KHK) – Verkalkung der Herzkranzgefäße
Bluthochdruck ist nicht nur eine der häufigsten kardiovaskulären Erkrankungen überhaupt, sondern auch ein bedeutender Risikofaktor. Unbehandelt führt er zu schwerwiegenden Folgeschäden an lebenswichtigen Organen – insbesondere am Herzen (Herzschwäche, koronare Herzerkrankung), an den Nieren (Niereninsuffizienz) und an den peripheren Gefäßen (Gefäßverkalkung / Arteriosklerose).
Die koronare Herzerkrankung ist eine der bedeutendsten Gefäßerkrankungen des Herzens. Ihr liegt eine Atherosklerose (Gefäßverkalkung) der Herzkranzgefäße zugrunde.
Ursachen:
Stoffwechselstörungen, die oft vererbt werden (z. B. angeborene Fettstoffwechselstörungen oder Lipoprotein-Mangel)
Ungesunde Ernährung mit einem hohen Anteil an schädlichen Transfettsäuren
Die Gefäßverkalkung selbst ist kein passiver Prozess, sondern geht mit einer aktiven entzündlichen Reaktion innerhalb der Gefäßinnenhaut einher
Unsere Diagnostik:
Ausführliche Anamnese (Erhebung Ihrer Krankengeschichte, Risikofaktoren und typischer Beschwerden wie Brustenge oder Belastungsdyspnoe)
Gründliche körperliche Untersuchung
Herzultraschall (Echokardiografie) zur Beurteilung der Herzstruktur und -funktion
Frühzeitige Gefäßanalyse: Besonderes Augenmerk legen wir auf die Erkennung von frühen Plaques und die Messung der Intima-Media-Komplex-Verbreiterung – einer Verdickung der innersten Gefäßwandschicht. Diese Verbreiterung ist ein sensitiver Frühhinweis, der uns bereits in einem sehr frühen Stadium anzeigt, ob eine systemische Atherosklerose vorliegt, noch bevor es zu einer kritischen Verengung der Koronargefäße kommt.
Unsere Therapie:
Medikamentöse Therapie zur Plaque-Stabilisierung:
Ein zentrales Ziel ist die gezielte Stabilisierung der bestehenden Plaques, um deren Ruptur und damit einen akuten Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verhindern. Hierzu setzen wir neben Statinen (zur Blutfettsenkung) auch entzündungshemmende Wirkstoffe ein.
Ein besonderes Praxis-Highlight ist die Überprüfung der Medikamentenwirkung am Patienten. Nehmen wir das Beispiel Aspirin (ASS 100 mg) – es ist das am häufigsten verschriebene Medikament zur Vermeidung weiterer Herzinfarkte und Schlaganfälle. Die Datenlage zeigt jedoch, dass ASS bei etwa 50 % der Behandelten nicht ausreichend wirkt (Aspirin-Resistenz). Um genau dieses Problem zu adressieren, führen wir in unserer Praxis eine PFA-Messung (Thrombozytenfunktionsanalyse) durch. Mit dieser Messung prüfen wir die dosisabhängige Wirksamkeit von Aspirin im Blut des jeweiligen Patienten und können so die Therapie individuell anpassen – sei es durch eine Dosisanpassung oder den Wechsel auf ein alternatives Präparat. So stellen wir sicher, dass wir für unseren Patienten eine tatsächliche, messbare Wirksamkeit erzielen.
Interventionelle Therapie (Herzkatheter):
Führt die Plaque-Bildung zu einer deutlichen, flussrelevanten Verengung (Stenose), können wir diese im Rahmen einer PTCA (Ballondilatation) aufdehnen und mit einem Stent (Gefäßstütze) offenhalten.
Operative Therapie:
Bei komplexen oder mehrfachen Gefäßverengungen arbeiten wir eng mit den Herzchirurgen zusammen, um im Rahmen einer Bypass-Operation das verschlossene Gefäß zu umgehen und die Blutversorgung des Herzmuskels dauerhaft zu sichern.
III. Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
Die Herzschwäche ist eine der häufigsten und folgenschwersten Herzerkrankungen. Wir unterscheiden zwei Hauptformen:
Diastolische Herzinsuffizienz (HFpEF):
Diese Form ist häufig die direkte Folge einer langjährigen arteriellen Hypertonie. Durch den chronischen Bluthochdruck verdickt und versteift der Herzmuskel (Hypertrophie), sodass sich der linke Ventrikel nicht mehr ausreichend mit Blut füllen kann – die Auswurffraktion (EF) bleibt dabei jedoch meist noch normal. Die frühzeitige Diagnose genau dieser diastolischen Funktionsstörung ist entscheidend, um rechtzeitig gegenzusteuern.
Systolische Herzinsuffizienz (HFrEF):
Diese Form ist primär durch eine Pumpkraftschwäche mit reduzierter Auswurffraktion gekennzeichnet. Der Herzmuskel ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut in den Körperkreislauf zu pumpen.
Unsere Diagnostik und Verlaufskontrolle:
Neben der frühzeitigen Erkennung ist bei der Herzschwäche die regelmäßige, engmaschige Verlaufskontrolle von immenser Bedeutung. Wir überwachen nicht nur die Pumpfunktion des Herzens, sondern stets auch die Nierenfunktion, da beide Organe in einem empfindlichen Gleichgewicht stehen:
Herzultraschall (Echokardiografie) zur Beurteilung der Auswurffraktion und Klappenfunktion
Nierenultraschall und detaillierte Labordiagnostik (u. a. Kreatinin, GFR, Elektrolyte und NT-proBNP)
Unsere moderne Therapie:
Durch die heutige, hochmoderne leitliniengerechte Kombinationstherapie (z. B. ARNI, Betablocker, SGLT-2-Inhibitoren) ist es mittlerweile möglich, Patienten selbst mit einer hochgradigen Herzschwäche wieder in ein fast normales Leben mit deutlich verbesserter Lebensqualität zurückzuführen. Die medikamentösen Einstellungen werden dabei individuell an den jeweiligen Tagesverlauf und die Nierenwerte angepasst.
IV. Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)
Herzrhythmusstörungen können in unterschiedlichsten Formen auftreten – von harmlosen Extraschlägen (Extrasystolen) über anfallsartiges Herzrasen (tachykarde Arrhythmien) bis hin zu bedrohlichem Kammerflimmern.
Die häufigste und klinisch bedeutsamste Form ist das Vorhofflimmern. Es ist besonders gefährlich, da durch die unkoordinierte Zuckung der Vorhöfe Blutgerinnsel entstehen können, die in den Gehirnkreislauf verschleppt werden und so einen Schlaganfall (Apoplex) verursachen.
Unsere Diagnostik:
Gründliche körperliche Untersuchung
Herzultraschall (Echokardiografie) zur Beurteilung der Herzstruktur
Langzeit-EKG-Untersuchungen – über 24 Stunden bis hin zu 7 Tagen. Diese langen Messintervalle sind notwendig, um auch kurze, seltene oder nächtliche Rhythmusepisoden zu erfassen und das individuelle Schlaganfallrisiko genau abzuschätzen.
Unsere Therapie:
Medikamentöse Rhythmusstabilisierung (Antiarrhythmika)
Gerinnungshemmung zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern
Individuelle Beratung und Einleitung weiterführender Maßnahmen (z. B. Elektrokardioversion, Ablation) in enger Abstimmung mit spezialisierten Zentren
V. Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
Die Herzmuskelentzündung wird in den allermeisten Fällen durch virale Infekte (z. B. grippale Infekte, Coxsackie-Viren oder COVID-19) ausgelöst.
Die gefährliche Konstellation:
Eine typische und besonders gefährliche Situation ist, dass Patienten nach überstandener fiebriger Erkrankung zu früh wieder mit dem Sport beginnen. Die körperliche Belastung in der akuten oder subakuten Phase kann den bereits gereizten Herzmuskel massiv schädigen und die Entzündungsreaktion erheblich verschlimmern.
Weitere mögliche Auslöser:
Als weitere mögliche, wenn auch sehr viel seltenere Auslöser, können zudem Impfreaktionen in Betracht gezogen werden. Daher empfehlen wir nach allen Impfungen – gerade bei jungen, sportlich aktiven Menschen – eine vorübergehende sportliche Schonung von einigen Tagen, um das Risiko einer Myokarditis zu minimieren.
Unsere Diagnostik bei Verdacht:
Sofortige Abklärung durch die Bestimmung von Entzündungswerten (z. B. Troponin) im Blut
Herzultraschall (Echokardiografie) zur Beurteilung der Herzfunktion
Langzeit-EKG zur Erfassung von Rhythmusstörungen
Unsere Therapie:
Schonung und Bettruhe in der akuten Phase
Medikamentöse Unterstützung der Herzfunktion
Engmaschige Verlaufskontrollen bis zur vollständigen Ausheilung
VI. Herzklappenfehler (Vitien)
Herzklappenfehler können entweder als Herzklappenstenose (Verengung – die Klappe öffnet sich nicht mehr richtig) oder als Herzklappeninsuffizienz (Klappenschwäche – die Klappe schließt nicht mehr dicht) auftreten.
Ursachen:
Eine häufige erworbene Ursache sind bakterielle oder virale Erkrankungen, die zu einer Entzündungsreaktion am Klappenapparat (z. B. im Rahmen einer Endokarditis) führen. Diese Entzündung kann die feinen Klappensegel und Sehnenfäden dauerhaft schädigen, zerstören oder vernarben lassen, sodass die Klappe ihre Funktion als „Ventil" des Herzens nicht mehr ausreichend erfüllen kann.
Die Bedeutung der Früherkennung:
Das frühzeitige Erkennen von Herzklappenfehlern ist das allerwichtigste, denn unbehandelt führen sie durch die dauerhafte Mehrbelastung des Herzens unweigerlich zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz).
Unsere Diagnostik:
Regelmäßige Herzultraschall-Untersuchung (Echokardiografie) – oft bereits bei unklaren Herzgeräuschen oder Atemnot
Farbdoppler-Ultraschall zur Beurteilung der Klappenfunktion und Schweregradbestimmung
Unsere Therapie:
Leichte Klappenfehler: medikamentöse Begleitung und regelmäßige Verlaufskontrollen
Höhergradige Klappenfehler: operative Sanierung oder Heilung – hier stehen moderne Verfahren wie die klappenerhaltende Rekonstruktion (Valvuloplastie) oder der künstliche Klappenersatz (mechanisch oder biologisch) zur Verfügung, stets in enger Zusammenarbeit mit unseren Herzchirurgen.
VII. Angeborene Herzfehler (kongenitale Vitien)
Neben den erworbenen Klappenerkrankungen gibt es auch angeborene Herzfehler, die auf Fehlbildungen während der embryonalen Herzentwicklung zurückgehen. Hierzu zählen beispielsweise der Ventrikelseptumdefekt („Loch" im Vorhof- oder Kammerseptum), die Fallot'sche Tetralogie oder angeborene Klappenstenosen (z. B. die Aortenisthmusstenose).
Früherkennung:
Diese Fehlbildungen werden heute dank moderner pränataler Diagnostik (Feinultraschall) und standardisierter Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter (U-Untersuchungen) meist sehr frühzeitig – oft bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter – erkannt.
Besonderheit im Erwachsenenalter:
Bei Erwachsenen werden gelegentlich jedoch auch erst im höheren Lebensalter kleinere angeborene Herzfehler als Zufallsbefund entdeckt, die dann entsprechend ihrer Relevanz überwacht oder therapiert werden.
Unsere Aufgabe:
Wir begleiten Patienten mit angeborenen Herzfehlern interdisziplinär – in enger Abstimmung mit Kinderkardiologen, Herzchirurgen und spezialisierten Zentren für angeborene Herzfehler im Erwachsenenalter (EMAH).
Unser diagnostisches Spektrum im Überblick
Zur Abklärung und Verlaufskontrolle aller genannten Herzerkrankungen stehen in unserer Praxis folgende modernen Untersuchungsmethoden zur Verfügung:
Blutdruckmessung und 24-Stunden-Blutdruckmessung
Elektrokardiografie (EKG) – Ruhe-EKG, Belastungs-EKG und Langzeit-EKG (bis zu 7 Tage)
Herzultraschall (Echokardiografie) – inklusive Farbdoppler und Gewebe-Doppler
Frühzeitige Gefäßdiagnostik – Messung der Intima-Media-Dicke und Plaque-Erkennung
PFA-Messung – Überprüfung der individuellen Medikamentenwirksamkeit (z. B. Aspirin)
Umfassende Labordiagnostik – Herzenzyme, Nierenwerte, Blutfette, Entzündungsparameter
Unser Therapieansatz
Je nach Erkrankung stehen uns unterschiedliche Therapieansätze zur Verfügung:
Lebensstilberatung – ausgewogene Ernährung, Bewegung, Rauchstopp, Verzicht auf Alkohol
Medikamentöse Therapie – Blutdrucksenker, Lipidsenker, Gerinnungshemmer, Antiarrhythmika, Herzinsuffizienz-Medikamente (ARNI, SGLT-2-Inhibitoren, Betablocker)
Interventionelle Kardiologie – Herzkatheter mit PTCA (Ballondilatation) und Stent-Implantation
Enge Zusammenarbeit mit der Herzchirurgie – bei Bypass-Operationen, künstlichen Herzklappen, Herztransplantationen und der Behandlung angeborener Herzfehler
Ihre Praxis für Kardiologie im Südsauerland
In unserer Internistischen Praxis am Bogenweg in Wenden verbinden wir langjährige Erfahrung mit modernster Medizintechnik und einer individuellen, patientenzentrierten Betreuung. Als anerkannte Ausbildungspraxis der Universitäten Köln und Bochum liegen uns nicht nur höchste medizinische Standards am Herzen, sondern auch eine verständliche und einfühlsame Arzt-Patienten-Kommunikation.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin, wenn Sie Fragen zu Ihrem Herzen haben oder eine kardiologische Untersuchung wünschen. Wir sind für Sie da!