INFEKTIOLOGIE
Borreliose

Was ist Infektiologie?

Die Infektiologie befasst sich mit der Prävention, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen durch Krankheitserreger – Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Infektionskrankheiten zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen. In Deutschland sind sie nicht nur für eine erhebliche Anzahl von Erkrankungsfällen verantwortlich, sondern auch für eine nicht zu unterschätzende Sterblichkeit (Mortalität).

In unserer Praxis in Wenden legen wir besonderen Wert auf eine frühzeitige, präzise Diagnostik und eine gezielte, individuelle Therapie, die sich an den neuesten medizinischen Leitlinien orientiert. Als anerkannte Ausbildungspraxis der Universitäten Köln und Bochum verbinden wir höchste fachliche Kompetenz mit einer persönlichen, vertrauensvollen Betreuung unserer Patienten.

Die Bedeutung von Infektionskrankheiten – Häufigkeit und Mortalität

Infektionskrankheiten sind in Deutschland kein seltenes Phänomen. Besonders Atemwegsinfektionen (wie Influenza, COVID-19 und RSV) sowie gastrointestinale Infektionen (durch Noroviren, Campylobacter, Rotaviren) gehören zu den häufigsten meldepflichtigen Erkrankungen.

Die Sterblichkeit durch Infektionen ist beträchtlich:

  • COVID-19 war im Jahr 2022 die tödlichste Infektionskrankheit in Deutschland mit mehr als 33.000 Todesfällen.

  • Influenza (Grippe) fordert je nach Schwere der Grippesaison mehrere hundert bis über 25.000 Todesfälle (wie in der Saison 2017/18).

  • Pneumonie (Lungenentzündung): Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 20.000 Menschen an einer Pneumonie. Jeder fünfte hospitalisierte Patient mit einer Pneumonie verstirbt im Krankenhaus.

  • Sepsis (Blutvergiftung) ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Mindestens 230.000 Menschen erkranken jährlich an einer Sepsis, mindestens 85.000 davon versterben – das entspricht etwa alle sechs Minuten einem Todesfall. Die Sepsis ist damit doppelt so tödlich wie viele andere Erkrankungen, die in der öffentlichen Wahrnehmung als besonders gefährlich gelten.


Die Notwendigkeit einer gezielten Antibiotikatherapie

Die Therapie bakterieller Infektionen erfordert eine präzise und durchdachte Vorgehensweise. Der ungezielte oder falsche Einsatz von Antibiotika führt nicht nur zu Therapieversagen, sondern fördert die gefährliche Ausbreitung von Resistenzen – ein weltweit wachsendes Problem.

Unser Ansatz in der Praxis:

  1. Klinische Bewertung: Wir beurteilen Ihr klinisches Bild – also Ihre spezifischen Symptome, den Schweregrad der Erkrankung, Ihr Alter, Ihre Vorerkrankungen und Ihren allgemeinen Gesundheitszustand. Nicht jede Infektion benötigt sofort ein Antibiotikum; viele virale Infektionen müssen gar nicht oder nur symptomatisch behandelt werden.

  2. Mikrobiologische Diagnostik: Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion entnehmen wir gezielt Proben (Blut, Urin, Sputum, Abstriche) und lassen diese im Labor kulturell anziehen und auf Erreger sowie deren Resistenzverhalten untersuchen.

  3. Das Antibiogramm – der Schlüssel zur gezielten Therapie: Das Antibiogramm ist das zentrale Instrument für eine maßgeschneiderte Antibiotikatherapie. Es zeigt uns, welche Antibiotika gegen den nachgewiesenen Erreger wirken und welche nicht. Erst auf dieser Basis entscheiden wir über das wirksamste und zugleich schonendste Antibiotikum – in der richtigen Dosis und für die richtige Dauer. Dies vermeidet Übertherapie, schützt die Darmflora und reduziert das Risiko von Resistenzentwicklungen erheblich.

  4. Therapiesteuerung und Deeskalation: Wir überwachen den Therapieerfolg engmaschig und passen die Behandlung bei Bedarf an – sei es durch einen Wechsel des Antibiotikums, eine Dosisanpassung oder die Deeskalation von einem Breitband- auf ein schmaleres, gezielteres Antibiotikum, sobald das Antibiogramm vorliegt.


Infektionen und ihre kardiovaskulären Komplikationen

Infektionen sind kein isoliertes Geschehen – sie können den gesamten Organismus in Mitleidenschaft ziehen und insbesondere das Herz-Kreislauf-System schwer belasten. Dies ist ein Aspekt, den wir in unserer Praxis mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen.

Welche kardiovaskulären Komplikationen können Infektionen auslösen?

  • Myokarditis (Herzmuskelentzündung): Virale Infektionen (z. B. grippale Infekte, COVID-19) können den Herzmuskel direkt befallen und entzünden – mit der Gefahr von Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und im schlimmsten Fall plötzlichem Herztod.

  • Endokarditis (Herzklappenentzündung): Bakterien können über den Blutweg die Herzklappen erreichen und dort schwere Entzündungen auslösen, die die Klappenfunktion dauerhaft zerstören können – insbesondere bei Patienten mit vorbestehenden Herzklappenfehlern oder künstlichen Klappen.

  • Perikarditis (Herzbeutelentzündung): Entzündungen des Herzbeutels können durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden und zu stechenden Brustschmerzen, Atemnot und Herzbeutelergüssen führen.

  • Vaskuläre Komplikationen: Infektionen können Gefäßentzündungen auslösen oder bestehende atherosklerotische Plaques destabilisieren – mit der Folge von Herzinfarkten oder Schlaganfällen.

  • Sepsis-induzierte Kardiomyopathie: Bei einer schweren Sepsis kann es zu einer akuten, reversiblen Herzschwäche kommen, die den Kreislauf zusätzlich destabilisiert und die Mortalität deutlich erhöht.

Unsere Konsequenz:

Wir betrachten jede Infektion im Gesamtkontext Ihres kardiovaskulären Risikoprofils. Bei Patienten mit bekannten Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes oder Gefäßsklerose achten wir besonders frühzeitig auf kardiale Beteiligungen. Dazu setzen wir unsere gesamte diagnostische Bandbreite ein – von der körperlichen Untersuchung über das EKG und den Herzultraschall (Echokardiografie) bis hin zur Labordiagnostik (Entzündungsparameter, Herzenzyme wie Troponin). So erkennen wir Komplikationen frühzeitig und können sie gezielt behandeln, bevor sie lebensbedrohlich werden.


Unsere infektiologische Diagnostik – Präzise, schnell, umfassend

Unser Ansatz in der Praxis ist klar: Wir möchten Infektionen frühzeitig erkennen, den Erreger identifizieren und die bestmögliche Therapie einleiten – um schwere Verläufe und Komplikationen zu vermeiden. Dazu steht uns ein breites Spektrum moderner diagnostischer Verfahren zur Verfügung:

Ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung: Die Grundlage jeder infektiologischen Diagnostik – inklusive Erhebung Ihrer Krankengeschichte, Reiseanamnese, Impfstatus und möglicher Expositionen.

Umfassende Labordiagnostik:

  • Entzündungsparameter (CRP, BSG, Procalcitonin – PCT)

  • Differenzialblutbild zur Beurteilung des Immunsystems

  • Mikrobiologische Diagnostik (Blutkulturen, Urinkulturen, Abstriche, Sputum)

  • Serologische Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen Viren und Bakterien

  • Molekularbiologische Diagnostik (PCR) zum direkten Erregernachweis – besonders bei viralen Infektionen

Sonographie (Ultraschall): Mit unseren modernsten hochauflösenden Ultraschallgeräten können wir Organbeteiligungen (z. B. der Lunge, der Nieren, der Leber, des Herzens) frühzeitig erkennen.

EKG und Herzultraschall (Echokardiografie): Zur frühzeitigen Erkennung kardialer Komplikationen bei Infektionen.

Antibiogramm: Zur gezielten Steuerung der Antibiotikatherapie – der Schlüssel zu einer erfolgreichen und nebenwirkungsarmen Behandlung.


Unsere Therapie – Gezielt, individuell, komplikationsbewusst

Je nach Erreger, klinischem Bild und individuellem Risikoprofil stehen uns unterschiedliche Therapieansätze zur Verfügung:

  1. Symptomatische Therapie: Bei viralen Infektionen ohne bakterielle Beteiligung – Fiebersenkung, Schmerzlinderung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Schonung.

  2. Gezielte Antibiotikatherapie: Basierend auf dem Antibiogramm – das wirksamste Antibiotikum in der optimalen Dosis und Dauer.

  3. Antivirale Therapie: Bei bestimmten viralen Infektionen (z. B. Influenza, Herpes Zoster, COVID-19) – zur Verkürzung der Krankheitsdauer und Vermeidung schwerer Verläufe.

  4. Kardiovaskuläre Überwachung und Therapie: Bei Patienten mit Herzerkrankungen oder bei Verdacht auf kardiale Beteiligung – engmaschige EKG- und Ultraschallkontrollen, medikamentöse Unterstützung der Herzfunktion und bei Bedarf stationäre Einweisung.

  5. Impfprävention: Ein zentraler Bestandteil unserer infektiologischen Arbeit ist die Beratung und Durchführung von Schutzimpfungen – gegen Influenza, Pneumokokken, COVID-19, FSME und viele weitere Erkrankungen. Impfungen sind der wirksamste Schutz vor schweren Infektionsverläufen und ihren Komplikationen.

Unser Anspruch – Ihre Gesundheit im Fokus

Unsere Praxis in Wenden bietet Ihnen eine umfassende infektiologische Versorgung – von der Früherkennung über die gezielte Therapie bis hin zur Vermeidung von Komplikationen. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Beschwerden, hören genau hin und gehen jedem Symptom auf den Grund. Dank unserer modernen diagnostischen Ausstattung – von der hochauflösenden Sonographie über die umfassende Labordiagnostik bis hin zum Antibiogramm – können wir Infektionen präzise diagnostizieren und gezielt behandeln. Besonders bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen achten wir mit höchster Aufmerksamkeit auf mögliche Komplikationen und handeln frühzeitig – denn eine Infektion ist nie nur eine Infektion.

Vereinbaren Sie gerne einen Termin, wenn Sie Fragen zu Infektionskrankheiten haben oder eine infektiologische Untersuchung wünschen. Wir sind für Sie da!