DMP
Strukturierte Versorgung chronisch Kranker

Was ist DMP?

Die Disease-Management-Programme (DMP) sind strukturierte Behandlungsprogramme für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Sie wurden vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) auf Basis evidenzbasierter Medizin zugelassen und zielen auf eine leitlinienorientierte, koordinierte und qualitätsgesicherte Versorgung ab. Kern der DMP ist die Definition individuell vereinbarter und dokumentierter Therapieziele, die regelmäßig überprüft und angepasst werden.

Unsere Praxis ist selbstverständlich in allen relevanten Disease-Management-Programmen aktiv und evaluiert Ihre chronische Erkrankung im Rahmen dieser strukturierten Programme – denn sie bieten Ihnen als Patient einen messbaren Mehrwert: regelmäßige Kontrolluntersuchungen, eine enge Verzahnung aller beteiligten Fachärzte und eine kontinuierliche, leitliniengerechte Betreuung über viele Jahre.

Die für uns relevanten DMP im Überblick:

  • DMP Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2): Regelmäßige Kontrolle von Blutzucker, HbA1c, Blutdruck, Nierenfunktion, Augenstatus und Fußstatus – zur Vermeidung von Folgeerkrankungen wie Nierenschäden, Netzhautschäden oder dem diabetischen Fußsyndrom.

  • DMP Koronare Herzkrankheit (KHK): Strukturierte Betreuung von Patienten mit chronischer KHK – inklusive regelmäßiger Kontrolle von Blutdruck, Blutfetten, Gewicht und kardiovaskulären Risikofaktoren.

  • DMP COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung): Strukturierte Versorgung von Patienten mit chronischer Atemwegserkrankung – mit regelmäßigen Lungenfunktionstests, Schulungen zur richtigen Inhalationstechnik und Kontrolle der Symptomatik.

  • DMP Asthma bronchiale: Strukturierte Betreuung von Asthmatikern – mit regelmäßiger Kontrolle der Lungenfunktion, Anpassung der medikamentösen Therapie und Schulung zur Vermeidung von Asthmaanfällen.

  • DMP Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck): Regelmäßige Blutdruckkontrollen, Überprüfung der medikamentösen Einstellung und Kontrolle der Endorganschäden (Herz, Niere, Gefäße).

Was bedeutet DMP für Sie als Patient?

  • Sie erhalten eine strukturierte, leitliniengerechte Betreuung Ihrer chronischen Erkrankung.

  • Ihre Therapieziele werden individuell mit Ihnen vereinbart und regelmäßig überprüft.

  • Sie profitieren von regelmäßigen, dokumentierten Kontrolluntersuchungen – oft häufiger als in der Regelversorgung.

  • Alle behandelnden Ärzte (Hausarzt, Fachärzte) arbeiten eng verzahnt zusammen und tauschen sich über Ihre Behandlung aus.

  • Sie erhalten Schulungen zu Ihrer Erkrankung – denn gut informierte Patienten haben die besten Behandlungserfolge.

  • Die Teilnahme an einem DMP ist für Sie freiwillig und kostenfrei – und kann jederzeit beendet werden.

Unser Ansatz: Wir evaluieren Ihre chronische Erkrankung im Rahmen der Disease-Management-Programme – mit höchster Sorgfalt, modernster Diagnostik und einer individuellen, auf Sie zugeschnittenen Therapie. Denn unser Ziel ist es, Folgeerkrankungen zu vermeiden, Ihre Lebensqualität zu erhalten und Sie über viele Jahre sicher und kompetent zu begleiten.

Pneumologie – Lungen- und Atemwegserkrankungen im Foku

Die Pneumologie ist das Fachgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Prävention, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Lunge, der Atemwege und des Brustfells befasst. Unsere Lunge ist das zentrale Organ der Atmung – sie versorgt den Körper mit lebensnotwendigem Sauerstoff und scheidet Kohlendioxid aus. Erkrankungen der Lunge zählen zu den häufigsten und folgenschwersten Erkrankungen überhaupt.

In unserer Praxis in Wenden legen wir besonderen Wert auf eine frühzeitige, präzise Diagnostik und eine individuelle, moderne Therapie, die sich an den neuesten medizinischen Leitlinien orientiert.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten pneumologischen Erkrankungen im Detail vor – mit ihren Ursachen, den für Sie wichtigen Warnsignalen und den modernen Behandlungsmöglichkeiten, die wir in unserer Praxis anbieten.

I. Asthma bronchiale

Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, die durch eine übermäßige Empfindlichkeit (Hyperreaktivität) der Bronchien gegenüber verschiedenen Reizen gekennzeichnet ist. Die Entzündung führt zu einer reversiblen Verengung der Atemwege, die sich in typischen Beschwerden äußert.

Ursachen und Formen:

  • Allergisches Asthma (extrinsisches Asthma): Ausgelöst durch Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze. Tritt häufig im Kindes- oder Jugendalter auf.

  • Nicht-allergisches Asthma (intrinsisches Asthma): Ausgelöst durch unspezifische Reize wie Kälte, Anstrengung, Infekte, Stress oder Medikamente. Tritt häufiger im Erwachsenenalter auf.

  • Mischformen: Viele Patienten haben sowohl allergische als auch nicht-allergische Auslöser.

Woran erkennt man Asthma? Typische Symptome sind anfallsartige Atemnot, pfeifende Atemgeräusche (Giemen), Engegefühl in der Brust, Husten (besonders nachts oder am frühen Morgen) und erschwerte Ausatmung. Die Beschwerden treten oft schubweise auf und können zwischen den Anfällen völlig fehlen.

Unsere Diagnostik in der Praxis:

  • Ausführliche Anamnese mit Erhebung Ihrer Beschwerden, möglicher Auslöser und Begleiterkrankungen (z. B. Neurodermitis, Heuschnupfen)

  • Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie): Messung der Atemvolumina und -flüsse – zur objektiven Beurteilung der Atemwegsobstruktion

  • Provokationstest (Methacholin-Test): Bei unklaren Befunden – zur Überprüfung der bronchialen Hyperreaktivität

  • Allergiediagnostik (Haut-Prick-Test, RAST-Test) – zur Identifikation möglicher Allergieauslöser

  • Peak-Flow-Messung – zur täglichen Selbstkontrolle der Atemwegssituation

Unsere moderne Therapie:

Die Therapie des Asthma bronchiale folgt einem stufenweisen Ansatz – abgestimmt auf den Schweregrad und die aktuelle Symptomatik:

  • Basis-Therapie: Inhalative Kortikosteroide (ICS) – sie wirken der chronischen Entzündung der Atemwege entgegen und sind über alle Schweregrade hinweg unverzichtbar.

  • Bedarfstherapie: Kurz wirksame Beta-2-Sympathomimetika (SABA) – zur schnellen Erweiterung der Atemwege bei akuten Beschwerden.

  • Kombinationstherapie: Bei mittelschwerem bis schwerem Asthma kommen Kombinationspräparate aus inhalativen Kortikosteroiden und langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika (LABA) zum Einsatz.

  • Biologika: Bei schwerem, unkontrolliertem Asthma stehen heute zielgerichtete Antikörper-Therapien zur Verfügung, die die Entzündungsreaktion an spezifischen Angriffspunkten blockieren.

  • Asthmaschulung: Wir bieten Ihnen eine strukturierte Schulung an, die Ihnen hilft, Ihre Erkrankung zu verstehen, Auslöser zu erkennen und im Alltag richtig zu reagieren.

II. COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease)

Die COPD ist eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung, die durch eine nicht vollständig reversible Atemwegsobstruktion gekennzeichnet ist. Sie entwickelt sich meist schleichend über viele Jahre und ist eine der häufigsten Ursachen für chronische Atemnot bei Erwachsenen.

Ursachen:

  • Rauchen: Die mit Abstand häufigste Ursache – etwa 80–90 % aller COPD-Erkrankungen sind rauchbedingt.

  • Berufliche Schadstoffexposition (Staub, Gase, Chemikalien)

  • Genetische Faktoren (z. B. Alpha-1-Antitrypsin-Mangel)

  • Wiederholte schwere Atemwegsinfekte in der Kindheit

Woran erkennt man COPD? Typische Symptome sind chronischer Husten, vermehrter Auswurf (Sputum), Atemnot bei Belastung (später auch in Ruhe) und häufige Atemwegsinfektionen. Die Erkrankung verläuft schubweise mit akuten Verschlechterungen (Exazerbationen).

Unsere Diagnostik in der Praxis:

  • Ausführliche Anamnese mit Erhebung Ihrer Raucherkarriere, beruflicher Exposition und Beschwerden

  • Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie): Die Goldstandard-Untersuchung zur Diagnose und Schweregradbestimmung der COPD

  • Körperliche Untersuchung (Auskultation der Lunge)

  • Blutuntersuchungen (zum Ausschluss anderer Ursachen und zur Verlaufskontrolle)

Unsere moderne Therapie:

Die Therapie der COPD richtet sich nach dem Schweregrad und der Häufigkeit von Exazerbationen:

  • Rauchstopp: Die wirksamste Maßnahme – wir beraten und unterstützen Sie dabei umfassend.

Medikamentöse Therapie:

  •  Bronchodilatatoren (Beta-2-Sympathomimetika, Anticholinergika) – zur Erweiterung der Atemwege

  • Inhalative Kortikosteroide – bei häufigen Exazerbationen

  • Kombinationstherapien – aus Bronchodilatatoren und Kortikosteroiden

Nicht-medikamentöse Therapie:

  • Atemphysiotherapie – zur Verbesserung der Atemtechnik und Belastbarkeit

  • Lungenrehabilitation – strukturiertes Training und Schulung

  • Sauerstoff-Langzeittherapie – bei fortgeschrittener, chronischer Ateminsuffizienz

III. Lungenemphysem

Das Lungenemphysem ist eine irreversible Überblähung der Lungenbläschen (Alveolen) mit Zerstörung des Lungengerüsts. Es ist häufig die Folge einer langjährigen COPD, kann aber auch als eigenständige Erkrankung (z. B. bei Alpha-1-Antitrypsin-Mangel) auftreten.

Ursachen:

  • Rauchen – die bei weitem häufigste Ursache

  • Alpha-1-Antitrypsin-Mangel – eine seltene genetische Störung

  • Starke, wiederholte Atemwegsinfektionen

  • Berufliche Schadstoffexposition

Woran erkennt man ein Lungenemphysem? Typische Symptome sind zunehmende Atemnot (anfangs bei Belastung, später in Ruhe), chronischer Husten, Gewichtsverlust, Fassbrust (aufgetriebener Brustkorb) und vermindertes allgemeines Leistungsvermögen.

Unsere Diagnostik in der Praxis:

  • Ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung

  • Lungenfunktionsdiagnostik: Spirometrie, Ganzkörperplethysmographie und Diffusionskapazität – zur Beurteilung der Lungenüberblähung und des Gasaustausches

  • Blutuntersuchungen – zum Nachweis eines Alpha-1-Antitrypsin-Mangels

  • Bildgebende Verfahren: Röntgen-Thorax, hochauflösende Computertomographie (HR-CT) – zur Darstellung der emphysemtypischen Veränderungen

Unsere moderne Therapie:

  • Konsequenter Rauchstopp: Die wichtigste Maßnahme, um das Fortschreiten zu verlangsamen.

  • Medikamentöse Therapie: In der Regel inhalative Bronchodilatatoren und bei Bedarf inhalative Kortikosteroide.

  • Atemphysiotherapie – zur Verbesserung der Atemtechnik.

  • Sauerstoff-Langzeittherapie – bei chronischer Ateminsuffizienz.

  • Alpha-1-Antitrypsin-Substitution – bei nachgewiesenem Mangel.

IV. Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) – Früherkennung und Diagnostik

Das Bronchialkarzinom ist die häufigste tumorbedingte Todesursache bei Männern und die zweithäufigste bei Frauen. Die entscheidende Prognoseverbesserung gelingt durch Früherkennung – denn je früher ein Lungenkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Risikofaktoren:

  • Rauchen: Der mit Abstand wichtigste Risikofaktor – etwa 85–90 % aller Lungenkrebserkrankungen sind rauchbedingt.

  • Passivrauchen

  • Berufliche Exposition (Asbest, Quarzstaub, Nickel, Chrom, Radon)

  • Genetische Faktoren und familiäre Häufung

  • Chronische Lungenerkrankungen (COPD, Lungenfibrose)

Woran erkennt man Lungenkrebs?

Frühe Symptome sind oft unspezifisch oder fehlen völlig. Warnsignale sind chronischer Husten (besonders bei Rauchenden), Blutbeimengungen im Auswurf (Hämoptoe), ungewollter Gewichtsverlust, Atemnot, Brustschmerzen, Heiserkeit und häufige, wiederkehrende Lungenentzündungen.

Die neue Früherkennungsuntersuchung (Lungenkrebs-Screening):

Seit April 2026 ist das Lungenkrebs-Screening eine neue Früherkennungsleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Anspruch haben aktive und ehemalige starke Raucherinnen und Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren mit langjährigem Tabakkonsum. Die Untersuchung erfolgt mittels einer Niedrigdosis-Computertomographie (LD-CT) – einem Verfahren mit deutlich reduzierter Strahlenbelastung. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenfrei.

Unser Ansatz: Wir beraten Sie umfassend zu Ihrem individuellen Lungenkrebsrisiko und klären, ob Sie für das Lungenkrebs-Screening in Frage kommen. Denn die Früherkennung rettet Leben – und wir möchten diese Chance für Sie nutzen.

V. Blutgasanalyse und Sauerstoff-Langzeittherapie – Präzise Diagnostik mit dem epoc System

Ein entscheidender Baustein in der modernen pneumologischen Diagnostik ist die Blutgasanalyse (BGA). Sie gibt uns Aufschluss über die Sauerstoffversorgung Ihres Körpers, den Kohlendioxidgehalt im Blut und den Säure-Basen-Haushalt – also darüber, wie gut Ihre Lunge tatsächlich ihre zentrale Aufgabe erfüllt: den Gasaustausch.

Unsere Praxis verfügt über das hochmoderne epoc System – ein mobiles, vollständig vernetztes Point-of-Care-Test-System zur Blutgasanalyse. Mit diesem System können wir noch in der Praxis – direkt bei Ihnen vor Ort – eine präzise Blutgasanalyse durchführen, ohne auf ein externes Labor warten zu müssen. Das epoc System liefert innerhalb weniger Minuten verlässliche Messwerte für:

  • Sauerstoffpartialdruck (pO₂) – zur Beurteilung der Sauerstoffaufnahme

  • Kohlendioxidpartialdruck (pCO₂) – zur Beurteilung der Kohlendioxidabatmung

  • pH-Wert und Basenüberschuss (Base Excess) – zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts

  • Bicarbonat (HCO₃⁻) – als Puffer des Säure-Basen-Haushalts

  • Elektrolyte (Natrium, Kalium, Calcium, Chlorid) – zur Beurteilung des Elektrolythaushalts

  • Laktat – als Indikator für eine mögliche Sauerstoffunterversorgung der Gewebe

  • Hämoglobin (Hb) und Hämatokrit (Hkt) – zur Beurteilung der Sauerstofftransportkapazität

Besonders wichtig ist die Blutgasanalyse für die Beurteilung und Steuerung der Sauerstoff-Langzeittherapie (SLT). Bei Patienten mit chronischer Ateminsuffizienz – etwa bei fortgeschrittener COPD oder schwerem Lungenemphysem – ist eine dauerhafte Sauerstoffgabe über viele Stunden am Tag notwendig, um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Das epoc System ermöglicht es uns, die Sauerstoffkonzentrationen bei der Sauerstoff-Langzeittherapie präzise zu evaluieren und die Therapie individuell anzupassen – denn zu viel Sauerstoff kann ebenso schädlich sein wie zu wenig. Nur durch regelmäßige Blutgasanalysen können wir sicherstellen, dass Ihre Sauerstofftherapie optimal dosiert ist und Sie den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen.

Ihr Vorteil: Die Blutgasanalyse mit dem epoc System ist für Sie schnell, schonend und präzise. Sie müssen nicht in ein Krankenhaus oder ein externes Labor fahren – wir führen die Untersuchung direkt in unserer Praxis durch und können noch im gleichen Termin über Ihre weitere Therapie entscheiden. So gewinnen wir wertvolle Zeit und können rasch und zielgerichtet handeln.

Osteoporose – Wenn die Knochen brüchig werden

Die Osteoporose – auch Knochenschwund genannt – ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch eine verminderte Knochendichte und eine Verschlechterung der Knochenmikroarchitektur gekennzeichnet ist. Die Folge: Die Knochen werden brüchiger und das Frakturrisiko steigt deutlich an – selbst bei geringfügigen Belastungen oder Stürzen. Osteoporose ist eine der häufigsten Erkrankungen im Alter und betrifft in Deutschland Millionen von Menschen, insbesondere postmenopausale Frauen und Männer ab dem 50. Lebensjahr.

Ursachen und Risikofaktoren:

Die Entstehung der Osteoporose ist multifaktoriell. Neben dem natürlichen Alterungsprozess – der ab dem 25. Lebensjahr schleichend mit einem Abbau der Knochensubstanz einhergeht – gibt es eine Reihe weiterer Risikofaktoren:

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Fortgeschrittenes Lebensalter

  • Weibliches Geschlecht – insbesondere nach der Menopause (Östrogenmangel)

  • Positive Familienanamnese – Osteoporose oder Schenkelhalsfrakturen bei Eltern

  • Frühe Menopause (vor dem 45. Lebensjahr)

Beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Niedriges Körpergewicht und Untergewicht

  • Bewegungsmangel und körperliche Inaktivität

  • Kalzium- und Vitamin-D-Mangel

  • Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum

    Ernährungsfaktoren – unausgewogene, kalziumarme Kost

Erkrankungen und Medikamente als sekundäre Ursachen:

  • Rheumatoide Arthritis

  •  Diabetes mellitus

  •  COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

  • Kortisontherapie über mehr als 3 Monate

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

  • Magen-Darm-Erkrankungen mit gestörter Kalziumaufnahme

Woran erkennt man Osteoporose?

Die Osteoporose wird oft als „schleichende Erkrankung“ bezeichnet, da sie über viele Jahre völlig symptomfrei verlaufen kann.

Erste Warnsignale sind:

  • Größenverlust – die Körpergröße nimmt um mehrere Zentimeter ab

  • Rundrücken (Kyphose) – die Wirbelsäule krümmt sich nach vorne

  • Plötzlich auftretende Rückenschmerzen – oft Zeichen von Sinterungsbrüchen (Wirbelkörperfrakturen)

  • Knochenbrüche bei geringer Belastung – typischerweise Schenkelhalsfrakturen, Wirbelkörperfrakturen oder distale Radiusfrakturen (Unterarmbrüche)

Unsere Diagnostik in der Praxis:

Die frühzeitige Erkennung der Osteoporose ist entscheidend, um Frakturen zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten. Unsere Diagnostik umfasst:

  • Ausführliche Anamnese: Erhebung Ihrer Risikofaktoren, Frakturvorgeschichte, Medikamenteneinnahme und Familienanamnese

  • Körperliche Untersuchung: Beurteilung von Körpergröße, Wirbelsäulenstatik und Gangbild

  • Laboruntersuchungen: Kalzium-, Phosphat- und Vitamin-D-Bestimmung, Nierenfunktion, Schilddrüsenparameter sowie Knochenstoffwechselmarker

  • Knochendichtemessung (DXA – Dual-Röntgen-Absorptiometrie) : Die Goldstandard-Untersuchung zur Diagnose und Verlaufskontrolle der Osteoporose. Die DXA-Messung ist schmerzfrei, strahlungsarm und liefert präzise Werte für die Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Schenkelhals.

  • Frakturrisikoberechnung: Mithilfe des FRAX®️-Algorithmus berechnen wir Ihr individuelles 10-Jahres-Frakturrisiko.

Unsere moderne Therapie:

Die Therapie der Osteoporose verfolgt zwei Hauptziele: Verhinderung weiterer Knochenverluste und Reduktion des Frakturrisikos. Unser Therapieansatz ist multimodal und individuell:

Allgemeine Maßnahmen (Basistherapie):

  • Ausreichende Kalziumzufuhr (ca. 1000 mg/Tag) – über die Ernährung oder Supplemente

  • Ausreichende Vitamin-D-Versorgung (ca. 800–2000 IE/Tag) – zur optimalen Kalziumaufnahme

  • Regelmäßige körperliche Aktivität – insbesondere Kraft- und Gleichgewichtstraining zur Stärkung der Knochen und Sturzprophylaxe

  • Sturzprophylaxe: Beseitigung von Stolperfallen, geeignetes Schuhwerk, ggf. Hilfsmittel

Medikamentöse Therapie (spezifische Osteoporose-Therapie):

  • Antiresorptive Medikamente: Bisphosphonate (z. B. Alendronat, Zoledronsäure) – sie hemmen den Knochenabbau und sind die am häufigsten eingesetzte Erstlinientherapie.

  • Denosumab – ein monoklonaler Antikörper, der ebenfalls den Knochenabbau hemmt.

  • Anabole Medikamente: Teriparatid (Parathormon-Fragment) – es regt den Knochenaufbau an und wird bei schwerer Osteoporose oder nach Versagen der antiresorptiven Therapie eingesetzt.

  • Selektive Östrogenrezeptormodulatoren (SERMs) – bei postmenopausalen Frauen.

  • Sequenzielle Therapie: In bestimmten Fällen kombinieren wir oder wechseln zwischen antiresorptiven und anabolen Substanzen, um den bestmöglichen Therapieerfolg zu erzielen.

Therapiemonitoring: Regelmäßige Kontrollen der Knochendichte (in der Regel alle 1–2 Jahre) und Laboruntersuchungen zur Überprüfung der Therapieeffektivität und -sicherheit.

Unser Ansatz: Die Osteoporose ist eine lebenslange Erkrankung, die einer kontinuierlichen Betreuung bedarf. Wir begleiten Sie mit einem individuellen, auf Ihre Risikofaktoren und Bedürfnisse abgestimmten Therapiekonzept – von der Basistherapie über die spezifische medikamentöse Behandlung bis hin zur regelmäßigen Verlaufskontrolle. Denn unser Ziel ist es, Frakturen zu vermeiden, Ihre Mobilität zu erhalten und Ihre Lebensqualität nachhaltig zu sichern.

Arthritis – Wenn Gelenke sich entzünden

Arthritis ist der Oberbegriff für entzündliche Gelenkerkrankungen. Im Gegensatz zur Arthrose (einem degenerativen, verschleißbedingten Gelenkverschleiß) ist die Arthritis durch eine aktive Entzündungsreaktion im Gelenk gekennzeichnet – mit typischen Entzündungszeichen wie Schwellung, Rötung, Überwärmung und Schmerzen.

Die wichtigste und häufigste Form der entzündlichen Gelenkerkrankung ist die rheumatoide Arthritis (früher: chronische Polyarthritis). Sie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die eigenen Gelenkstrukturen – insbesondere den Gelenkknorpel und die Gelenkinnenhaut (Synovialis) – angreift und eine chronische Entzündung unterhält.

Ursachen und Formen der Arthritis:

Die Ursachen der Arthritis sind vielfältig:

  • Rheumatoide Arthritis (RA): Die häufigste chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der genetische, hormonelle und umweltbedingte Faktoren (z. B. Infekte, Rauchen) eine Rolle spielen.

  • Psoriasis-Arthritis: Eine entzündliche Gelenkerkrankung, die bei Schuppenflechte (Psoriasis) auftreten kann.

  • Reaktive Arthritis: Eine Gelenkentzündung, die nach einer Infektion (z. B. im Magen-Darm- oder Urogenitaltrakt) auftritt.

  • Infektiöse Arthritis: Direkte Besiedelung eines Gelenks durch Bakterien – ein medizinischer Notfall, der einer sofortigen antibiotischen Therapie bedarf.

  • Arthritis bei Stoffwechselerkrankungen: z. B. Gicht (Harnsäurekristall-Arthritis).

Woran erkennt man eine Arthritis?

Die Symptome sind entzündungstypisch:

  • Gelenkschmerzen – oft in den Fingern und Zehengelenken

  • Morgendliche Gelenksteifigkeit – die Gelenke sind morgens über mindestens 30 Minuten steif und schmerzhaft

  • Schwellung und Überwärmung der betroffenen Gelenke

  • Rötung der Gelenkhaut

  • Allgemeinsymptome: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust und subfebrile Temperaturen können Begleitsymptome sein

  • Symmetrischer Befall – bei der rheumatoiden Arthritis sind oft beide Körperseiten betroffen (z. B. beide Handgelenke)

Unsere Diagnostik in der Praxis:

Die Frühdiagnose der rheumatoiden Arthritis ist entscheidend, denn ein früher Therapiebeginn (spätestens 8 Wochen nach Symptombeginn) verbessert die Prognose erheblich und kann Gelenkschäden verhindern.

  • Ausführliche Anamnese: Erhebung Ihrer Beschwerden, Dauer der Symptome, Morgensteifigkeit, Symmetrie des Befalls, Begleitsymptome und familiäre Vorbelastung

  • Gründliche körperliche Untersuchung: Beurteilung aller Gelenke auf Schwellung, Überwärmung, Rötung, Schmerzhaftigkeit und Bewegungseinschränkung

Laboruntersuchungen:

  • Entzündungsparameter (BSG, CRP) – als Maß für die Entzündungsaktivität

  • Rheumafaktoren (Rheumafaktor, Anti-CCP-Antikörper) – zur Bestätigung der Diagnose

  • Weiterführende Autoantikörper-Diagnostik bei unklaren Befunden

Bildgebende Verfahren:

  • Sonographie (Ultraschall) der betroffenen Gelenke: Mit unseren hochauflösenden Ultraschallgeräten können wir Gelenkergüsse, entzündliche Veränderungen der Gelenkinnenhaut (Synovialis) sowie frühe Erosionen darstellen.

  • Farbdoppler-Sonographie: Zur Beurteilung der Durchblutung der Gelenkinnenhaut – ein Zeichen für die Aktivität der Entzündung.

  • Röntgen der betroffenen Gelenke – zur Beurteilung von Gelenkspaltverschmälerungen und Erosionen (bei längerem Bestehen).

Unsere moderne Therapie:

Die Therapie der rheumatoiden Arthritis hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Die frühe und aggressive Therapie mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) ist heute der Goldstandard.

Basistherapie (DMARDs):

  • Methotrexat (MTX) : Der Eckpfeiler der Erstlinientherapie – es sei denn, es liegen Kontraindikationen vor. Methotrexat ist ein bewährtes und hochwirksames Medikament, das die Entzündungsreaktion bremst und Gelenkschäden verhindert.

  • Weitere synthetische DMARDs: z. B. Leflunomid, Sulfasalazin, Hydroxychloroquin – je nach Verträglichkeit und Wirksamkeit.

  • Glukokortikoide (Kortison): Als kurzfristige Überbrückungstherapie bei akuten Schüben oder zu Therapiebeginn – in der Regel als niedrigdosierte Stoßtherapie und schnellem Ausschleichen.

Biologische DMARDs (Biologika):

  • Bei unzureichendem Ansprechen auf die konventionelle DMARD-Therapie setzen wir zielgerichtete Biologika ein, die spezifische Botenstoffe des Immunsystems blockieren (z. B. TNF-alpha-Inhibitoren, IL-6-Rezeptor-Antagonisten).

  • Diese Therapien können die Entzündungsaktivität deutlich reduzieren und Gelenkschäden aufhalten – oft schon innerhalb weniger Wochen.

Targeted Synthetic DMARDs (JAK-Inhibitoren):

  • JAK-Inhibitoren sind eine neuere Klasse von Medikamenten, die nach sorgfältiger Risikobewertung in Betracht gezogen werden können, wenn andere Therapien nicht ausreichen oder nicht vertragen werden.

Nicht-medikamentöse Therapie:

  • Krankengymnastik und Physiotherapie – zur Erhaltung der Gelenkfunktion und Muskelkraft

  • Ergotherapie – zur Anpassung des Alltags und Schonung der Gelenke

  • Patientenschulung – denn gut informierte Patienten können ihre Erkrankung besser managen

Regelmäßiges Therapiemonitoring:

  • Wir überprüfen regelmäßig (in der Regel alle 12 Wochen) das Ansprechen auf die Therapie und die Krankheitsaktivität.

  • Bei unzureichendem Ansprechen passen wir die Therapie frühzeitig an – denn das Ziel ist die Remission oder zumindest eine niedrige Krankheitsaktivität.

Unser Ansatz: Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch verlaufende Erkrankung, die einer lebenslangen, engmaschigen Betreuung bedarf. Wir begleiten Sie mit einem individuellen, leitliniengerechten Therapiekonzept – von der Frühdiagnostik über die moderne medikamentöse Therapie bis hin zur regelmäßigen Verlaufskontrolle. Unser Ziel ist es, Gelenkschäden zu verhindern, Ihre Schmerzen zu lindern, Ihre Beweglichkeit zu erhalten und Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.