ENDOKRINOLOGIE

Hormone im Gleichgewicht

Was ist Endokrinologie?

Die Endokrinologie ist das Fachgebiet der Inneren Medizin, das sich mit den hormonproduzierenden Drüsen und den von ihnen gesteuerten Stoffwechselvorgängen befasst. Hormone sind die Botenstoffe unseres Körpers – sie regulieren nahezu alle lebenswichtigen Prozesse: vom Energiehaushalt und Wachstum über den Herz-Kreislauf und die Fortpflanzung bis hin zum seelischen Wohlbefinden. Gerät dieses empfindliche Hormonsystem aus dem Gleichgewicht, kann dies weitreichende Folgen für den gesamten Organismus haben.

In unserer Praxis in Wenden legen wir besonderen Wert auf eine frühzeitige, präzise Diagnostik und eine individuelle, moderne Therapie, die sich an den neuesten medizinischen Leitlinien orientiert. Als anerkannte Ausbildungspraxis der Universitäten Köln und Bochum verbinden wir höchste fachliche Kompetenz mit einer persönlichen, vertrauensvollen Betreuung unserer Patienten.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten endokrinologischen Erkrankungen im Detail vor – mit ihren Ursachen, den für Sie wichtigen Warnsignalen und den modernen Behandlungsmöglichkeiten, die wir in unserer Praxis anbieten.

I. Diabetes mellitus – Die Zuckerkrankheit

Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen weltweit. Ihr gemeinsames Kennzeichen ist ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie). Die Ursache hierfür ist entweder ein absoluter oder relativer Mangel an Insulin – dem Hormon, das den Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert – oder eine verminderte Wirkung des Insulins an den Zielzellen (Insulinresistenz).

Die häufigsten Formen des Diabetes:

  • Typ-1-Diabetes: Eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Dies führt zu einem absoluten Insulinmangel. Die Erkrankung beginnt oft im Kindes- oder Jugendalter, kann aber auch im Erwachsenenalter auftreten (LADA – Latent Autoimmune Diabetes in Adults). Betroffene sind von Beginn an auf eine lebenslange Insulintherapie angewiesen.

  • Typ-2-Diabetes: Die mit Abstand häufigste Form (etwa 90 % aller Diabetesfälle). Sie entsteht durch eine nachlassende Insulinproduktion bei gleichzeitig bestehender Insulinresistenz. Hauptrisikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und eine genetische Veranlagung. Typ-2-Diabetes entwickelt sich meist schleichend über viele Jahre und wird oft erst spät erkannt.

  • Andere spezifische Diabetesformen: Hierzu zählen der sekundäre Diabetes (z. B. nach Bauchspeicheldrüsen-Operationen oder durch Medikamente wie Kortison) sowie der MODY (Maturity-Onset Diabetes of the Young) – eine genetisch bedingte Form, die bereits im jungen Erwachsenenalter auftritt.

Woran erkennt man Diabetes? Typische Symptome sind vermehrter Durst (Polydipsie), häufiges Wasserlassen (Polyurie), ungewollter Gewichtsverlust, Müdigkeit, verschwommenes Sehen und eine erhöhte Infektanfälligkeit. Bei Typ-2-Diabetes verlaufen die ersten Jahre oft völlig symptomfrei – daher sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (insbesondere bei bestehenden Risikofaktoren) von entscheidender Bedeutung.

Unsere Diagnostik in der Praxis:

  • Blutzuckermessung (nüchtern und/oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit)

  • HbA1c-Bestimmung: Der Langzeitblutzuckerwert gibt Auskunft über die durchschnittliche Stoffwechsellage der letzten 8–12 Wochen

  • Oraler Glukosetoleranztest (oGTT): Zur Früherkennung eines Prädiabetes (Vorstufe des Diabetes)

  • Bestimmung von Diabetes-assoziierten Antikörpern: Zur Differenzierung zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes

  • Regelmäßige Verlaufskontrollen: Überwachung von Nierenfunktion (Mikroalbuminurie), Augenhintergrund (zur Früherkennung einer Retinopathie) und Fußstatus (zur Vermeidung des diabetischen Fußsyndroms)

Unsere moderne Therapie:

  • Typ-1-Diabetes: Insulintherapie – entweder über mehrere Injektionen am Tag (intensivierte Insulintherapie – ICT) oder mithilfe einer Insulinpumpe (CSII). Wir beraten Sie umfassend zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) und zu automatisierten Insulindosierungssystemen (AID), die eine immer präzisere Blutzuckereinstellung ermöglichen.

  • Typ-2-Diabetes: Die Therapie beginnt mit einer nachhaltigen Lebensstiländerung – Gewichtsreduktion, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind die tragenden Säulen. Bei unzureichender Einstellung kommen orale Antidiabetika (z. B. Metformin) sowie moderne inkretinbasierte Therapien (GLP-1-Rezeptoragonisten, SGLT-2-Inhibitoren) zum Einsatz, die nicht nur den Blutzucker senken, sondern auch das Gewichtsmanagement und den kardiovaskulären Schutz verbessern. Bei fortschreitender Erkrankung kann auch eine Insulintherapie notwendig werden.

  • Diabetesschulung: Wir bieten Ihnen eine strukturierte Schulung an, die Ihnen hilft, Ihre Erkrankung zu verstehen und aktiv im Alltag zu managen – denn gut geschulte Patienten haben die besten Behandlungserfolge.

II. Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse (Glandula thyreoidea) ist ein schmetterlingsförmiges Organ im vorderen Halsbereich. Sie produziert die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), die für Stoffwechsel, Kreislauf, Wachstum, Energiehaushalt und psychisches Wohlbefinden verantwortlich sind. Ihre Funktion wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) über das Hormon TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) gesteuert. Störungen dieses empfindlichen Regelkreises haben weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Körper.

Die häufigsten Schilddrüsenerkrankungen:

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenige Hormone. Die Folge: alle Stoffwechselprozesse laufen verlangsamt ab. Die Hypothyreose ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen, Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Ursachen:

  • Hashimoto-Thyreoiditis: Die häufigste Ursache einer Unterfunktion. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem das eigene Schilddrüsengewebe angreift und nach und nach zerstört.

  • Jodmangel

  • Folge einer Schilddrüsenoperation oder einer Radiojodtherapie

  • Medikamente (z. B. Amiodaron, Lithium)

Woran erkennt man eine Unterfunktion?

Typische Symptome sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche, Frieren, Gewichtszunahme, Verstopfung, trockene Haut, Haarausfall und Niedergeschlagenheit. Der Beginn ist meist schleichend und die Symptome sind oft unspezifisch – daher ist eine laborchemische Bestätigung unerlässlich.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Die Folge: viele Körperfunktionen laufen auf Hochtouren. Frauen sind auch hier häufiger betroffen.

Ursachen (in > 95 % der Fälle) :

  • Morbus Basedow: Eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper die Schilddrüse zur übermäßigen Hormonproduktion anregen. Tritt häufiger bei jüngeren Personen auf.

  • Funktionelle Autonomie: Teile der Schilddrüse produzieren unabhängig von der Hypophysen-Steuerung eigenständig Hormone. Tritt häufiger bei älteren Patienten auf. Die autonomen Areale können als einzelne „heiße Knoten“ oder diffus verteilt vorkommen.

Woran erkennt man eine Überfunktion?

Typische Symptome sind Nervosität, Reizbarkeit, Unruhe, Schlafstörungen, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, erhöhter Blutdruck, Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit, vermehrtes Schwitzen, Wärmeunverträglichkeit, Zittern, Durchfall und Muskelschwäche. Oft ist die Schilddrüse sichtbar vergrößert (Struma / Kropf).

Unsere Diagnostik in der Praxis:

  • Ausführliche Anamnese mit Erhebung Ihrer Beschwerden und möglicher Risikofaktoren

  • Labordiagnostik: Bestimmung der Schilddrüsenwerte (TSH, freies T3, freies T4) sowie der Schilddrüsen-Antikörper (TPO-AK, TRAK) zur Differenzierung von Autoimmunerkrankungen

  • Hochauflösende Schilddrüsen-Sonographie (Ultraschall): Mit unseren modernsten hochauflösenden Ultraschallgeräten können wir die Größe, Struktur und Durchblutung der Schilddrüse sowie Knoten, Zysten oder entzündliche Veränderungen detailgenau beurteilen. Die Sonographie ist das wichtigste nicht-invasive diagnostische Standbein und ermöglicht uns eine frühzeitige morphologische Beurteilung.

  • Farbdoppler-Sonographie: Zur Beurteilung der Durchblutung – besonders wichtig bei der Unterscheidung zwischen Morbus Basedow (stark erhöhte Durchblutung) und anderen Ursachen.

Unsere moderne Therapie:

Bei Unterfunktion (Hypothyreose): Substitution mit Schilddrüsenhormonen (L-Thyroxin-Tabletten). Die lebenslang notwendige Therapie wird individuell eingestellt und regelmäßig kontrolliert (TSH-Wert als Leitparameter), um eine optimale Stoffwechsellage zu erreichen.

Bei Überfunktion (Hyperthyreose):

  • Medikamentöse Therapie mit Thyreostatika (z. B. Carbimazol, Thiamazol), die die Hormonproduktion bremsen

  • Radiojodtherapie: Zerstörung des überaktiven Schilddrüsengewebes durch gezielte Aufnahme von radioaktivem Jod

  • Operation (Thyreoidektomie): Entfernung der Schilddrüse oder von Teilen davon bei Versagen der medikamentösen Therapie, bei sehr großer Struma oder bei Verdacht auf Bösartigkeit

Unser diagnostisches Spektrum in der Endokrinologie im Überblick

Zur Abklärung und Verlaufskontrolle aller genannten endokrinologischen Erkrankungen stehen in unserer Praxis folgende modernen Untersuchungsmethoden zur Verfügung:

  • Ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung

  • Umfassende Labordiagnostik: Blutzucker, HbA1c, oraler Glukosetoleranztest (oGTT), Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4), Schilddrüsen-Antikörper (TPO-AK, TRAK), Diabetes-assoziierte Antikörper, Nierenfunktionsparameter, Blutfette

  • Hochauflösende Sonographie (Ultraschall) der Schilddrüse mit modernsten Geräten

  • Farbdoppler-Sonographie zur Beurteilung der Durchblutung

  • Diabetesschulung und strukturierte Patientenschulungen

  • Regelmäßige Verlaufskontrollen mit Überwachung von Nierenfunktion, Augenstatus und Fußstatus

Unser Therapieansatz – Modern, individuell, leitliniengerecht

Je nach Erkrankung stehen uns unterschiedliche Therapieansätze zur Verfügung – von der Lebensstilberatung über die medikamentöse Therapie bis hin zur engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit spezialisierten Zentren:

Lebensstilberatung: Bei Typ-2-Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen ist eine nachhaltige Änderung des Lebensstils (Gewichtsreduktion, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung) ein zentraler Bestandteil der Therapie.

Medikamentöse Therapie:

  •  Diabetes: Orale Antidiabetika (Metformin, SGLT-2-Inhibitoren, GLP-1-Rezeptoragonisten) sowie moderne Insulintherapien

  • Schilddrüsenunterfunktion: L-Thyroxin-Substitution

  • Schilddrüsenüberfunktion: Thyreostatika

Interventionelle und operative Verfahren: In enger Zusammenarbeit mit spezialisierten Zentren bieten wir Zugang zur Radiojodtherapie und Schilddrüsenchirurgie.

Diabetestechnologie: Beratung und Einleitung von Insulinpumpentherapie (CSII), kontinuierlicher Glukosemessung (CGM) und automatisierten Insulindosierungssystemen (AID).

Unser Anspruch – Ihre Gesundheit im Fokus

Unsere Praxis in Wenden bietet Ihnen eine umfassende endokrinologische Versorgung – von der Vorsorge über die akute Diagnostik bis hin zur langfristigen Betreuung chronischer Erkrankungen wie Diabetes und Schilddrüsenstörungen. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Beschwerden, hören genau hin und gehen jedem Symptom auf den Grund. Dank unserer modernen diagnostischen Ausstattung – insbesondere der hochauflösenden Ultraschalldiagnostik und der umfassenden Labordiagnostik – können wir bereits in einem sehr frühen Stadium behandeln und damit Ihren Heilungserfolg maßgeblich verbessern.

Vereinbaren Sie gerne einen Termin, wenn Sie Fragen zu Ihrem Hormonhaushalt haben oder eine endokrinologische Untersuchung wünschen. Wir sind für Sie da!