GASTROENTOROLOGIE
Magen, Darm, Leber im Fokus
Was ist Gastroenterologie?
Die Gastroenterologie ist das Fachgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Prävention, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des gesamten Verdauungstraktes sowie der daran angeschlossenen Verdauungsorgane – insbesondere Magen, Darm, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse – befasst. Unser Verdauungssystem ist nicht nur für die Aufnahme von Nährstoffen und Flüssigkeiten verantwortlich, sondern stellt mit einem großen Anteil des Immunsystems und einem eigenen Nervensystem (dem „Bauchhirn") eine zentrale Schaltstelle für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden dar. Störungen in diesem komplexen System können sich daher auf vielfältige Weise äußern – von scheinbar banalen Verdauungsbeschwerden bis hin zu schwerwiegenden chronischen Erkrankungen.
In unserer Praxis in Wenden legen wir besonderen Wert auf eine frühzeitige, präzise Diagnostik und eine individuelle, moderne Therapie, die sich an den neuesten medizinischen Leitlinien orientiert. Als anerkannte Ausbildungspraxis der Universitäten Köln und Bochum verbinden wir höchste fachliche Kompetenz mit einer persönlichen, vertrauensvollen Betreuung unserer Patienten.
Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten gastroenterologischen Erkrankungen im Detail vor – mit ihren Ursachen, den für Sie wichtigen Warnsignalen und den modernen Behandlungsmöglichkeiten, die wir in unserer Praxis anbieten.
I. Magenerkrankungen
Der Magen ist das zentrale Misch- und Speicherorgan unserer Nahrung. Er zerkleinert die aufgenommene Speise mechanisch und chemisch (durch Magensäure und Enzyme) und bereitet sie für die weitere Verdauung im Dünndarm vor. Erkrankungen des Magens zählen zu den häufigsten Beschwerden in der hausärztlichen und internistischen Praxis.
Die häufigsten Magenerkrankungen:
Gastritis (Magenschleimhautentzündung): Eine akute oder chronische Entzündung der Magenschleimhaut. Auslöser können Infektionen mit Helicobacter pylori, übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum, dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln (NSAR) oder Stress sein.
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus ventriculi / Ulcus duodeni): Tiefgreifende Schleimhautdefekte, die unbehandelt zu Blutungen oder einem Magendurchbruch führen können. Hauptursache ist ebenfalls die Helicobacter-pylori-Infektion sowie die dauerhafte Einnahme von NSAR.
Magenkarzinom (Magenkrebs): Eine bösartige Neubildung der Magenschleimhaut, die oft erst in fortgeschrittenen Stadien Symptome verursacht. Risikofaktoren sind chronische Gastritis, Helicobacter-pylori-Infektion, Rauchen, Alkohol und eine familiäre Vorbelastung.
Funktionelle Magenbeschwerden (Dyspepsie): Völlegefühl, frühes Sättigungsgefühl, Oberbauchschmerzen oder Übelkeit ohne organischen Befund – häufig ausgelöst durch Stress, unregelmäßige Essgewohnheiten oder eine gestörte Magen-Darm-Motilität.
Woran erkennt man Magenerkrankungen?
Typische Symptome sind wiederkehrende oder anhaltende Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, Sodbrennen, Aufstoßen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Blut im Stuhl (Teerstuhl) oder Erbrechen (auch blutig). Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden ist eine zeitnahe Abklärung essenziell.
II. Darmerkrankungen
Der Darm – unterteilt in Dünndarm und Dickdarm – ist das zentrale Organ für die Nährstoffaufnahme, die Wasser- und Elektrolytresorption sowie die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten. Mit einer Länge von etwa 5 bis 7 Metern und einer Oberfläche von rund 400 Quadratmetern (durch die Darmzotten) ist er unser größtes Kontaktorgan zur Außenwelt – und zugleich Sitz von etwa 80 % unseres Immunsystems.
Die häufigsten Darmerkrankungen:
Colitis ulcerosa und Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankungen – CED): Autoimmunologisch bedingte, schubweise verlaufende Entzündungen der Darmwand. Während die Colitis ulcerosa auf den Dickdarm begrenzt ist, kann Morbus Crohn den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After betreffen. Typische Symptome sind chronisch wässrige oder blutige Durchfälle, Bauchschmerzen, Fieber, Gewichtsverlust und Müdigkeit.
Reizdarmsyndrom (RDS): Eine funktionelle Störung der Darmtätigkeit ohne nachweisbare organische Ursache. Leitsymptome sind chronische Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und/oder Verstopfung, oft ausgelöst durch Stress, bestimmte Nahrungsmittel oder eine gestörte Darmflora.
Kolorektales Karzinom (Dickdarmkrebs): Eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Risikofaktoren sind familiäre Vorbelastung, Alter, Bewegungsmangel, fettreiche und ballaststoffarme Ernährung sowie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.
Divertikulose und Divertikulitis: Ausstülpungen der Dickdarmwand (Divertikel), die sich bei einer Entzündung (Divertikulitis) mit linksseitigen Unterbauchschmerzen, Fieber und Stuhlunregelmäßigkeiten bemerkbar machen.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption, Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) sowie Histaminintoleranz führen zu Blähungen, Durchfällen, Bauchkrämpfen und Müdigkeit.
Woran erkennt man Darmerkrankungen?
Warnsignale sind anhaltende Durchfälle oder Verstopfungen, Blut- oder Schleimbeimengungen im Stuhl, unklare Bauchschmerzen, ungewollter Gewichtsverlust, nächtliche Stuhlgänge oder ein plötzlicher Wechsel des Stuhlverhaltens über mehrere Wochen.
III. Lebererkrankungen
Die Leber ist unser zentrales Stoffwechselorgan. Sie übernimmt über 500 verschiedene Funktionen – darunter die Entgiftung von Schadstoffen und Medikamenten, die Produktion von Gerinnungsfaktoren und Gallenflüssigkeit, die Speicherung von Vitaminen, Eisen und Glykogen sowie die Regulation des Blutzuckerspiegels. Eine geschädigte Leber hat daher weitreichende Folgen für den gesamten Körper.
Die häufigsten Lebererkrankungen:
Fettleber (steatosis hepatis) und Fettleberhepatitis (NASH): Die häufigste Lebererkrankung in den westlichen Industrieländern. Ursachen sind Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen sowie übermäßiger Alkoholkonsum. Die Fettleber kann über eine entzündliche Fettleber (NASH) zur Leberzirrhose und im weiteren Verlauf zum Leberzellkarzinom führen.
Virushepatitiden (Hepatitis A, B, C, D, E): Entzündliche Lebererkrankungen, die durch Viren ausgelöst werden. Besonders die Hepatitis B und C können chronisch verlaufen und zu Leberzirrhose und Leberzellkarzinom führen. Die Übertragung erfolgt über Blut und Körperflüssigkeiten (Hepatitis B/C) oder fäkal-oral (Hepatitis A/E).
Alkoholische Lebererkrankung: Chronischer Alkoholkonsum führt über eine alkoholische Fettleber, eine alkoholische Hepatitis bis hin zur Leberzirrhose mit lebensbedrohlichen Komplikationen wie Aszites (Bauchwasser), Ösophagusvarizen (Krampfadern in der Speiseröhre) und hepatischer Enzephalopathie (Bewusstseinsstörungen durch giftige Stoffwechselprodukte).
Leberzirrhose: Die Endstufe chronischer Lebererkrankungen – gekennzeichnet durch den Untergang von Lebergewebe und dessen Ersatz durch Bindegewebe (Narbengewebe). Die Leber verliert ihre Funktion, und es kommt zu lebensbedrohlichen Komplikationen.
Leberzellkarzinom (hepatozelluläres Karzinom – HCC): Die häufigste bösartige Lebertumorerkrankung, die fast immer auf dem Boden einer vorbestehenden Leberzirrhose (alkoholisch, viral, metabolisch) entsteht.
Autoimmune Lebererkrankungen: Hierzu zählen die Autoimmunhepatitis, die primär biliäre Cholangitis (PBC) und die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) – seltene, aber schwerwiegende Erkrankungen, bei denen das Immunsystem die Leber oder die Gallengänge angreift.
Woran erkennt man Lebererkrankungen? Frühe Symptome sind oft unspezifisch: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall, Druckgefühl im rechten Oberbauch und Appetitlosigkeit. Im fortgeschrittenen Stadium kommen Gelbsucht (Ikterus), Juckreiz, dunkler Urin, heller Stuhl, Wassereinlagerungen (Aszites, Ödeme) und Blutungsneigung hinzu.
IV. Unsere gastroenterologische Diagnostik – Frühzeitig erkennen, gezielt handeln
Unser Ansatz in der Praxis ist klar: Wir möchten gastrointestinale Erkrankungen frühzeitig erkennen – oft noch bevor sie klinisch spürbar werden. Dazu steht uns ein breites Spektrum moderner, schonender und hochpräziser diagnostischer Verfahren zur Verfügung. Als zertifizierte Ausbildungspraxis der Universitäten Köln und Bochum setzen wir dabei auf höchste medizinische Standards.
Unsere diagnostischen Verfahren im Überblick:
Ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung: Die Grundlage jeder gastroenterologischen Diagnostik – inklusive Erhebung Ihrer Krankengeschichte, Ernährungsgewohnheiten, Medikamenteneinnahme und familiärer Risikofaktoren.
Laboruntersuchungen: Umfassende Blutanalysen (Leberwerte – GOT, GPT, GGT, Bilirubin; Pankreasenzyme; Entzündungswerte; Gerinnung; Eisen- und Vitaminstatus) sowie spezielle Stuhluntersuchungen (okkultes Blut, Erreger, Calprotectin bei Verdacht auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen).
Atemgastests: Zur Diagnostik von Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption sowie zum Nachweis einer Helicobacter-pylori-Infektion.
Magen- und Darmspiegelung (ÖGD und Koloskopie):
Die Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD – Magenspiegelung) ist die Goldstandard-Untersuchung bei Verdacht auf Magenschleimhautentzündung, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, Blutungsquellen oder Tumoren. Sie ermöglicht nicht nur die direkte Sicht, sondern auch die Entnahme von Gewebeproben (Biopsien) zur feingeweblichen Untersuchung und den Helicobacter-pylori-Nachweis.
Die Koloskopie (Darmspiegelung) ist die zentrale Vorsorge- und Diagnostik-Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs sowie zur Diagnostik chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen, Divertikeln und Blutungsquellen. Bei Auffälligkeiten können direkt Polypen abgetragen (Polypektomie) oder Gewebeproben entnommen werden.
Beide Untersuchungen führen wir in einer spezialisierten, qualitätsgesicherten Kooperation mit erfahrenen Gastroenterologen durch – mit höchsten Hygiene- und Sicherheitsstandards und selbstverständlich in der Regel unter sedierender Begleitung (schlafendendoskopie) für Ihr Wohlbefinden.
Ausgeprägte Ultraschalldiagnostik (Sonographie):
Die Sonographie ist eines unserer zentralen diagnostischen Instrumente. Wir verfügen über modernste hochauflösende Ultraschallgeräte, die uns eine detailgetreue Darstellung sämtlicher Bauchorgane ermöglichen – Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse, Milz, Nieren und Darm.
Farbdoppler-Sonographie: Zur Beurteilung der Durchblutung der Leber und der Portalvenen – besonders wichtig bei Verdacht auf Leberzirrhose oder portale Hypertension.
Kontrastmittel-Sonographie (CEUS – auch als „Zeus“ bezeichnet): Ein besonderes Highlight unserer Praxis ist die Kontrastmittel-Ultraschalluntersuchung der Leber. Bei dieser Untersuchung werden dem Patienten winzige Mikrobläschen (Kontrastmittel) über die Vene injiziert, die dann die feinsten Gefäße der Leber bis in die Mikrozirkulation hinein darstellbar machen. Der Vorteil für den Patienten: Dieses Verfahren ist strahlungsfrei, nebenwirkungsarm und kann bei Bedarf beliebig wiederholt werden – im Gegensatz zur CT oder MRT. Mit dieser hochmodernen Methode können wir frühzeitig selbst kleinste Läsionen (Veränderungen) in der Leber erkennen – sei es eine Fettinfiltration, ein entzündlicher Herd, ein Gefäßverschluss oder eine frühe tumoröse Raumforderung. Die Kontrastmittel-Sonographie ist für uns ein unverzichtbares Werkzeug, um Lebererkrankungen bereits in einem sehr frühen, noch gut behandelbaren Stadium zu identifizieren und gezielt zu therapieren.
Unsere Therapieansätze – Modern, individuell, leitliniengerecht
Je nach Erkrankung stehen uns unterschiedliche Therapieansätze zur Verfügung – von der Lebensstilberatung über die medikamentöse Therapie bis hin zur engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit spezialisierten Zentren:
Lebensstilberatung und Ernährungstherapie: Die Grundlage vieler gastroenterologischer Erkrankungen – von der Fettleber über das Reizdarmsyndrom bis hin zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Wir beraten Sie individuell zu einer ausgewogenen, darm- und leberfreundlichen Ernährung, zu Bewegung und zu Stressbewältigungsstrategien.
Medikamentöse Therapie:
Bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren: Protonenpumpenhemmer (PPI) zur Säurereduktion und Eradikationstherapie bei Helicobacter-pylori-Nachweis.
Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen: Moderne Immunmodulatoren (z. B. Mesalazin, Kortison) und Biologika (TNF-alpha-Inhibitoren, Integrin-Rezeptor-Antagonisten) zur gezielten Hemmung der Entzündungsreaktion.
Bei Lebererkrankungen: Antivirale Therapien bei chronischer Hepatitis B und C (inzwischen mit Heilungsraten von über 95 %), ursodesoxycholsäure bei autoimmunen Cholangitiden sowie diabetologische und lipidsenkende Therapie bei Fettlebererkrankungen.
Interventionelle Gastroenterologie: In enger Zusammenarbeit mit spezialisierten Zentren und Kliniken bieten wir Zugang zu endoskopischen Interventionen (Polypektomie, Bougierung von Engstellen, Blutstillung, PEG-Anlage) und minimal-invasiven Verfahren.
Tumor-Nachsorge und -Begleitung: Bei onkologischen Erkrankungen (Magenkarzinom, Darmkarzinom, Leberzellkarzinom) arbeiten wir eng mit den onkologischen und chirurgischen Zentren der Region zusammen – von der Früherkennung über die begleitende Therapie bis hin zur Nachsorge.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Als Praxis mit langjähriger Erfahrung und regionalem Netzwerk arbeiten wir eng mit spezialisierten Darmzentren, Leberzentren und onkologischen Schwerpunkten zusammen.
Unser Anspruch – Ihre Gesundheit im Fokus
Unsere Praxis in Wenden bietet Ihnen eine umfassende gastroenterologische Versorgung – von der Vorsorge über die akute Diagnostik bis hin zur langfristigen Betreuung chronischer Erkrankungen. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Beschwerden, hören genau hin und gehen jedem Symptom auf den Grund. Dank unserer modernen diagnostischen Ausstattung – insbesondere der ausgeprägten Ultraschalldiagnostik mit Farbdoppler und Kontrastmittel-Sonographie (Zeus) sowie unserer endoskopischen Kooperationen – können wir bereits in einem sehr frühen Stadium behandeln und damit Ihren Heilungserfolg maßgeblich verbessern.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin, wenn Sie Fragen zu Ihrem Magen, Darm oder Ihrer Leber haben oder eine gastroenterologische Untersuchung wünschen. Wir sind für Sie da!