Dr. med. Thomas Giesen

Facharzt für Innere Medizin

Weitere Lungenkrankheiten

Asthma bronchiale

Allgemeines

Der Begriff Asthma stammt aus dem Griechischen und bedeutet Beklemmung. Es handelt sich um eine chronische (das heißt: lang andauernde) und anfallsartig auftretende, entzündliche Erkrankung der Atemwege, die mit einer erhöhten Empfindlichkeit der Bronchien gegenüber verschiedenen Reizen verbunden ist (so genannte bronchiale Hyperreagibilität). Typische asthmatische Beschwerden sind pfeifende Atmung, Husten, Engegefühl in der Brust, Kurzatmigkeit und Luftnot. Oft treten sie nachts und in den frühen Morgenstunden auf.

Ein Kennzeichen von Asthma ist, dass die Beschwerden zumindest teilweise wieder zurückgehen, und zwar entweder von selbst (spontan) oder nach der Einnahme bestimmter Medikamente. Auch wechseln Asthmatiker häufig die Krankheitsstufe: Nach einem beschwerdefreien Zeitraum kann es beispielsweise zu vorübergehenden Perioden mit Husten und Atemnot oder auch zu einem akuten Asthmaanfall kommen.

Man unterscheidet allergisches Asthma, nicht-allergisches (intrinsisches) Asthma und gemischtförmiges Asthma (siehe auch ‚Verschiedene Asthma-Formen’ ).

COPD

Allgemeines

Der internationale Fachausdruck „COPD“ ist eine aus dem Englischen übernommene Abkürzung für chronic obstructive pulmonary disease und bezeichnet eine chronisch obstruktive Bronchitis (COB) mit oder ohne Lungenemphysem. „Obstruktiv“ steht für eine Verengung der Atemwege - beide Krankheitsbilder sind nämlich dadurch gekennzeichnet, dass der Luftstrom vor allem beim Ausatmen behindert ist. Die Abkürzung COPD dient somit als Sammelbegriff für die beiden chronisch-obstruktiven Lungenkrankheiten COB und Emphysem. Rauchen ist die Hauptursache für eine COPD.

Mit welchen Beschwerden chronisch obstruktive Lungenerkrankungen verbunden sein können, mit welchen Untersuchungsmethoden sie festgestellt und mit welchen Medikamenten und Selbstmanagement-Programmen sie behandelt werden, können Sie in den betreffenden Artikeln über chronisch obstruktive Bronchitis (COB) und Lungenemphysem in der Rubrik „Krankheiten A-Z“ detailliert nachlesen.

Bronchitis, akut

Allgemeines und Häufigkeit

Unter einer akuten Bronchitis versteht man eine akute Entzündung der Schleimhäute in den Bronchien. Sie geht meistens mit einer Entzündung der oberen Luftwege (Nasen- und Rachenraum) einher und ist vor allem in den Wintermonaten weit verbreitet. Bronchitis zählt zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Auf 100.000 Einwohner kommen pro Woche rund 80 Patienten. In den Wintermonaten verdoppelt sich diese Anzahl. Frauen und Männer sind gleich häufig betroffen.

Allgemein sind Bronchitiden bei Kindern und Jugendlichen häufiger zu beobachten als bei Erwachsenen.

Sehr häufig geht der akuten Bronchitis eine Infektion der oberen Luftwege voraus. 90 Prozent der Fälle werden durch Infektionen mit Viren verursacht. Seltener lösen Bakterien, Pilze oder chemische Reize die Erkrankung aus. Eine akute Bronchitis kann aber auch im Rahmen anderer Infektionskrankheiten (wie zum Beispiel Masern) auftreten.

Die Erreger der Bronchitis werden per Tröpfcheninfektion weiter gegeben. Die feinen, oft nicht sichtbaren Tröpfchen entstehen beim Husten, insbesondere dann, wenn er ungebremst ist (deswegen sollte man nicht nur aus Höflichkeit die Hand vor den Mund halten). Sie schädigen die Zellen der Bronchialschleimhaut und schalten damit auch deren Flimmerhärchen aus. Manche Viren lähmen das Flimmerepithel, andere Virenarten zerstören es. Die Flimmerhärchen können als Folge Schleim und Krankheitserreger nur noch verlangsamt oder gar nicht aus den Bronchien entfernen. Gleichzeitig verstärkt sich die Schleimproduktion. Der Schleim staut sich und wirkt in den Atemwegen wie ein Fremdkörper, der die Hustenfühler reizt und damit Husten auslöst. Durch Hustenanfälle versucht sich der Körper vom Schleim zu befreien. Ein starker Husten entwickelt sich also nicht nur infolge der Reizung der Schleimhäute, sondern stellt auch einen Ersatzmechanismus dar, der wegen der zerstörten oder gelähmten Flimmerhärchen zur Reinigung der Atemwege (mukoziliäre Clearance) erforderlich wird.